[archiv]

sortiment

[archiv] entstand als Co-Produktion von o r t s z e i t und ARGEkultur Salzburg im Rahmen des Open Mind Festivals 2013.
Ausgehend von der unmittelbaren Nachkriegszeit ist das Stück eine Spurensuche, eine Bestandsaufnahme in uns und in der Stadt. Eine Erinnerungsmaschine, die Geschichte ebenso produziert wie Geschichten.


ensemble [archiv]

dokumentation



hinter der welt
zweite trilogie für leogang

hinter der welt

wo wir für die erste leoganger trilogie das historische gedächtnis des dorfes aufgesucht hatten, gingen wir mit HINTER DER WELT der frage nach, was hinter der geschichte liegt. und hinter den geschichten. zurückgekehrt an dieselben orte im dorf haben wir nur eine andere abzweigung genommen. HINTER DER WELT ist eine zusammenfassung unserer acht jahre währenden begegnung mit einer landschaft und ihren bewohnern – und eine reise in den inneren raum, den sie uns eröffnet hat.

ensemble HINTER DER WELT


dokumentation



schichten

erste trilogie für leogang

schichten ist die frucht einer vierjährigen zusammenarbeit mit einem ganzen dorf. beginnend mit einer spurensuche auf dem leoganger hausberg, dem großen asitz, wo es um den mythos von sennerin und wilderer ging, über eine untersuchung des raums unter der erde im silberbergwerk von schwarzleo bis zum blick auf die traumatischen ereignisse der protestanten-vertreibung von 1731/32 hat unsere arbeit immer tiefere lagen des dörflichen gedächtnisses erschlossen.

ensemble SCHICHTEN



almenrausch & edelweiß

ein wilderer-drama von ursula reisenberger

nach einem stück von hans neuert
premiere: großer asitz (1.914m), leogang im pinzgau, 2006


Almenrausch

almenrausch & edelweiß ist ein panoptikum archetypischer geschichten:
die tödliche auseinandersetzung zwischen wilderer und jäger, die verbotene heirat zwischen bauernsohn und magd, die schande einer unehelichen geburt, Liebe, eifersucht, trotz und unterwerfung sind typische elemente alpiner mythen und werden bis heute zu ihrer touristischen vermarktung herangezogen.

dokumentation


erzgang


ein spiel im berg von ursula reisenberger
nach einer novelle von e.t.a. hoffmann
premiere: schaubergwerk schwarzleo, leogang im pinzgau, 2007

erzgang

an der wende zum 18. jahrhundert ereignete sich im schwedischen falun ein bemerkenswertes bergunglück: ein knappe wurde am tag vor seiner hochzeit verschüttet und nicht mehr gefunden. seine braut blieb ledig und behauptete, der verschwundene werde einmal wiederkommen. als nun nach fünfzig jahren ein neuer schacht angeschlagen wurde, fand man darin einen toten, der, ganz in vitriolwasser getränkt, die zeit unter der erde vollkommen unversehrt überstanden hatte. die menge, die dieses wunder bestaunte, konnte sich nicht an ihn erinnern, bis endlich auch die mittlerweile greisenhafte braut am stollen erschien und in dem toten ihren verschollenen geliebten erkannte.

dokumentation


protestanten!

ein theaterstück.
premiere: leogang im pinzgau, dorf und umgebung, 2008

protestanten!

1731, nach zweihundert jahren geheimer religionsausübung entschließen sich die salzburger protestanten, erstmals öffentlich ihren glauben zu bekennen. in der folge müssen sie zu tausenden ihre heimat verlassen.

protestanten! erzählt die geschichte dieses aufbruchs. das stück setzt ein in dem moment, in dem nach einer landesweiten versammlung der folgenschwere beschluss gefasst wird, sich nicht mehr länger zu verstecken. in einer mischung aus sorge und euphorie machen sich die protestanten auf, um sich vor der weltlichen und geistlichen obrigkeit zu bekennen: „wir wissen nicht, ob sie uns umbringen, des landes verweisen oder prediger genehmigen werden...“

dokumentation


in weiter ferne

ein stück von caryl churchill
premiere: struber-kaserne salzburg, 2004


drei personen und drei akte sprechen von gewalt und ihrer zunehmenden undurchschaubarkeit, von wechselnden allianzen und einer bedrohung, die sogar wasser und die nacht als waffen benutzt. es lebt sich gut vor diesem hintergrund, und nach wie vor wird über liebe und gewerkschaftliche rechte diskutiert. am wochenende exekutiert man gefangene mit kunstvollen hüten auf dem kopf.

die vorstellung fand an mehreren spielorten auf dem gelände einer aufgelassenen kaserne in salzburg statt. von den nazis gebaut, von der amerikanischen besatzung und später vom bundesheer genutzt, mittlerweile seit fünf jahren aufgelassen, ist der ort ein exterritoriales gebiet inmitten der stadt.


kritiken und bilder



übermacht

eine musikalische aktion von ursula reisenberger und tobias kästle
premiere: staatstheater mainz, 2002


macht

die macht singt im hohen sopran, verführt ihre anhänger ebenso wie das publikum und bringt sie schließlich alle zum verschwinden. übrig bleibt der narr, der sich nun seinerseits – noch – spielerisch auf ihrem thron einrichtet.

spielort war das foyer des staatstheater mainz, ein mittiger, hierarchisch gegliederter raum des späten 19. jahrhunderts. das spiel über die macht fand auf allen ebenen seiner balkons und ballustraden statt und stellte so auch die frage nach den machtstrukturen des dem publikum vertrauten hochkultur-raums und dessen, was darin stattfindet.

kritiken und bilder



beyond the garden

eine führung von ursula reisenberger
premiere: mirabellgarten salzburg, 2002


beyond the garden


in einer scheinbar touristischen führung durch den salzburger mirabellgarten wird dem barocken park das muster einer bürgerlichen kindheit eingeschrieben. der wohnungsgrundriss legt sich über die gewohnte abfolge von irrgängen und parketten und gibt eine alternative lesart frei. ein halb öffentlicher treffpunkt der schwulenszene befindet sich ebenso am rechten ort wie der unterirdische ausgang aus dem labyrinth.



das kunstseidene mädchen

ein monolog von irmgard keun
premiere: ensembletheater wien, 2002




doris, ein provinzmädchen mit ambitionen, hüllt sich in einen gestohlenen pelz und macht sich auf nach berlin. dort hofft sie, durch mutterwitz und männer karriere zu machen und im licht der goldenen 20er jahre endlich "ein glanz" zu werden.

in verbindung mit "jacke wie hose" entstand das projekt "frauen leben", das das publikum an jeweils aufeinanderfolgenden abenden im selben raum mit zwei sehr unterschiedlichen versuchen weiblicher identitätsfindung konfrontierte. die szenischen lesung "eine frau mit schlechten eigenschaften" machte sich darüber hinaus auf die suche nach der nahezu unbekannten autorin.

kritiken und bilder



jacke wie hose

ein monolog von manfred karge
premiere: kleines theater salzburg, 2000



berlin in den dreißiger jahren. ella gericke entschließt sich nach dem tod ihres mannes zu einem drstaischen schritt. um seinen arbeitsplatz nicht zu verlieren, nimmt sie seine indentität an und verdingt sich nach und nach als kranfahrer, ss-mann und bauernknecht.

nach einer premiere im theater erlebte das stück eine umfangreiche aufführungsserie in mehreren fabriken, einem alten bauernhaus, einem ländlichen frauenberatungszentrum, einer werkskantine, auf einem halb fertigen baukran, im arbeitsamt und schließlich, als teil des projekts "frauen leben", wieder im theater.

kritiken und bilder

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